Ukraine 11.12.18 Tag 8

Ich bin etwas spät dran heute. Wir sind recht weit gefahren. Zurück waren wir erst gegen 21:30. Der heutige Tag war gleichzeitig quasi der Abschluss unseres Einsatzes. Morgen abend um Mitternacht werden wir die Fahrt nach Hause antreten.

Wir werden also morgen nur noch hier in Uzhgorod ein paar kleinere Besuche bei Freunden des Hilfswerks machen. Dann braucht unser Vehikel dringend ein gründliche Wäsche. Die Strassen sind nicht nur voller Löcher, sie sind auch extrem verdreckt, da es fast täglich geregnet hat. So schmutzig möchten wir nicht an der Grenze zu Ungarn antanzen. Es ist auch so schon ein ziemlich abenteuerliches Unterfangen ungeschoren da durch zu kommen.

Gerne würde ich Euch heute auch noch kurz etwas über das Hilfswerk erzählen mit dem ich hier unterwegs bin.

Also der Name des in der Schweiz eingetragenen Hilfswerk ist EstherDebora. Das sind die Namen der Kinder vom Leiter und Gründer des Hilfswerks Peter Murri. Gegründet hat er es vor 20 Jahren. Der Anlass dazu war der tragische Unfalltod seiner Tochter Esther. Sie kam unverschuldet bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Der schuldige Verursacher dieses tragischen Ereignises musste der Familie 100’000 Franken als Genugtuung bezahlen. Sie wollten aber das Geld nicht für sich behalten, sondern wollten damit eine gute Sache unterstützen.

Peter half schon damals einem Hilfswerk, das Jüdischen Familien aus der damals Sowjetischen Ukraine zur Ausreise nach Israel verhalf. Sie schmuggelten sie quasi unter den Augen der (geschmierten) Russichen Besatzung aus Uzghorod über die Grenze und nach Israel.

Weil Peter viele Familien und die Organisation in der Ukraine kannte und es immer weniger ausreisewillige Juden gab übernahm er die Aufgabe ganz und baute sie noch aus. Fortan hiess sein Hilfswerk und seine Lebensaufgabe EstherDebora. Und seither fährt Peter Jahr für Jahr dreimal oder mehr (wenn es ihm seine getreue Elisabeth erlaubt) in seine geliebte Ukraine um dort Geld und Lebensmittel an bedürftige Familien und Einrichtungen zu verteilen.

Am 8 Dezember, vor drei Tagen, hat Peter seinen 74 Geburtstag gefeiert hier in der Ukraine inmitten seiner Hilfstruppe und einigen Bekannten. Trotz seiner gesundheitlichen Gebrechen (Peter hat Altersdiabetes und das Laufen fällt Ihm sehr schwer) lässt er es sich noch immer nicht nehmen eigenhändig an der Monstertour teilzunehmen. Weil was wir hier alles leisten ist wahrlich kein Zuckerschlecken.

Meistens fahren wir um 09:00 los nachdem wir zuvor die Hilfspackete aus der Garage ins Fahrzeug verfrachtet haben. Von da an sind wir ununterbrochen bis um ca. 21:00 unterwegs. Wenn Vilschani ansteht ist um 05:00 Uhr Tagwache und die Rückkehr ist trotzdem nicht viel früher.

Aber wir sind ja nicht über 1600km hierhergefahren um Ferien zu machen sagen wir uns jeweils wenn wir am Abend todmüde aus dem VW Bus aussteigen.

Die Finanzierung dieses Unternehmens erfolgt vollumfänglich über Spenden. (Wenn jemand also es nicht lassen kann, Ihr kennt meine Mailadresse 😁) Da Peter und wir Helfer unsere Fahrt und die Unterkunft aus eigenem Säckel begleichen und dann unentgeltlich und freiwillig hier in Uzhgorod wirken, gehen die Spenden fast ohne Verluste zu den Hilfsbedürftigen. Einige Fränkli braucht Peter für den Druck der Karten und Berichte die er jeweils unter die Spender und Gönner verschickt. Und natürlich muss auch die Buchhaltung stimmen. Hier schaut der Staat sehr genau hin.

Damit wisst Ihr auch über diesen Aspekt der Geschichte Bescheid. Ich habe Peter übrigens angeboten, eine Webseite für Ihn einzurichten. Ich werde, wenn es soweit ist einen Link auf meiner Webseite platzieren.

Damit habe ich fertig für heute. Muss zusehen eine Mütze Schlaf zu kriegen. Morgen werde ich den grössten Teil der Fahrt übernehmen. Ich bin schliesslich mit meinen 62 Jahren der jüngste hier 😂

Schlaft gut, und wie gesagt wenn Ihr es nicht lassen könnt…. 😎

Danke fürs zulesen🌹

Euer Swiss

Die Fotos unseres heutigen Tages. Das Bild wurde von dem jungen Künstler selbst gemalt!

So viel Freude an einem Teddybär.

Was findet sich wohl sonst noch so alles im Packet?

Die Stolze Mutter mit zwei ihrer sieben! KinderSie ist fünfundvierzig und hat bereits zwei Grosskinder!

Die nächste Grossfamilie! Immerhin hat diese Mutter einen tollen Mann der für seine Familie besorgt ist. Was leider sehr oft nicht der Fall ist.

Autor: Swiss

Meine Leidenschaft ist Lesen, Schreiben, Laufsport, Weitwandern, Natur, Menschen, andere Kulturen und Lebensweisen. Ich bin Neugierig und offen für alles. Das Paradies ist immer noch in uns allen, wir müssen es nur zulassen.

2 Kommentare zu „Ukraine 11.12.18 Tag 8“

  1. Hallo Roland, danke für Dini Brichte u Fotos! Ja, das isch scho krass, dass der Staat absolut ke Interässe zeigt!
    Mir hei ja hie o armi Lüt..aber hie gits gnue Aaloufschtelle, wo me sech ha hiewände! Dermasse im Eländ mues hie
    niemer läbe. Ig wünsche öich aune ä problemlosi Heireis und nachher gueti Erholig..settegi Erläbnis müesse o wider
    z’ersch verdouet wärde!

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    1. Stimmt schon, auf der anderen Seite gibt es Dir auch irgendwie ein gutes Gefühl ein wenig Hilfe für diese Menschen geleistet zu haben. Auch wenn es nicht viel ist, ohne unser Engagement wäre die Welt auch nicht besser. Und ich hoffe auch unter meinen Follower etwas bewegt zu haben.

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