Ukraine 6.12.18 Tag drei

Um 04:50 hat mich mein Wecker aus dem Land der Träume direkt nach Uzhgorod (so wird die Stadt hier geschrieben) befördert.

Die Fahrt nach Vilshani ( so schreibt sich das hier) stand heute an. Als Fahrer wurde ich auserkoren. Ganze 165km war die Strecke bis zu diesen Heimen.

Es sind nämlich zwei Heime gleich nebeneinander. Im einen sind die Erwachsenen untergebracht. Schön getrennt nach Männlein und Weiblein. Gleichenorts ist eine Abteilung mit TB Kranken.

Am zweiten Standort sind die Kinder untergebracht. Auch hier gibt es Geschlechtertrennung.

Wir haben zuerst bei den Erwachsenen vorbeigeschaut. 300 Stück Schokolade haben wir unter Ihnen verteilt. Dann hat unsere mitgebrachte Unterhaltungstruppe in einem Saal der zu den Unterkünften gehört ihr Programm für die Leute aufgeführt.

Natürlich war da auch eine Predigt dabei. Wir sind ja schliesslich ein Kirchliches Hilfswerk. Unsere Ukrainische Helfer nehmen das sehr ernst!

Wir bekamen viele Dankesbezeugungen für unser Engagement. Besonders gewürdigt wurde, dass wir 1600 km aus der Schweiz hierhergefahren sind.

Für mich ist dies aber nichts besonderes im Anbetracht was die 130 Angestellten hier leisten. Besonders als ich erfahren habe, dass diese Angestellten für 160 Euro im Monat arbeiten! Auch die ausgebildeten Fachkräfte die es hier braucht!

Am Nachmittag war dann das Kinderheim angesagt. Es ist kaum zu ertragen was man hier zu sehen bekommt. Obschon ich weis was mich erwartet bin ich immer wieder erschüttert über dieses Elend.

Trotzdem ist es schön, wenn man die freudigen Reaktionen der Kinder sieht die überhaupt dazu fähig sind. Wir haben fast 600 Schokoladen an diese armen Würmchen verteilt.

Dafür hat uns dann ein Trupp Kinder die nicht so stark Behindert sind eine Tanz und Gesangsnummer aufgeführt. Ein erstaunlich guter Sänger gab dabei sein Bestes.

Die Kinder waren ganz aus dem Häuschen und die Betreuerinnen hatten alle Hände voll zu tun um sie einigermassen zu bändigen. Immer wieder musste unsere Truppe mit ihnen aufs Parkett und mit ihnen tanzen. Besser gesagt wild herumhüpfen.

Die Betreuerinnen erzählten uns später, dass viele Kinder genau wüssten das vor Weihnachten jeweils die Schweizer vorbeikommen würden. Es sei schon lange vor unserer Ankunft DAS Thema im Heim.

Es freut mich sehr, dass ich hier dabeisein und mithelfen kann. Es hilft mir das ganze zu verdauen und es positiv zu sehen.

Gegen Abend hatten wir noch ein Gespräch mit dem Heimleiter. Er erzählte uns, dass seit kurzem ein weiteres Hilfswerk mit dem Namen Umbrella aus der Schweiz das Heim unterstützt.

Es scheint ein finanzstarkes Werk zu sein. Sie Sponsern momentan ein Hotel für Assistenzärzte direkt vor Ort. Diese können dann in den Heimen ihr Praktikum absolvieren. Wo sonst können Sie so viel Anschauungsmaterial auf einmal zu Gesicht bekommen.

Eine Win Win Situation für alle. Daneben ermöglicht das Hilfswerk den angehenden Fachärzten ein Praktikum in der Schweiz.

Es ist auch aufgefallen, dass viel weniger Kinder unbeweglich in ihren Betten gelegen sind. Dies ist ein Erfolg der durch die vermehrte Animierung durch entsprechend geschultes Personal zustande gekommen ist.

Es gibt also auch viel positives in diesem tristen Dasein der Kinder zu vermelden. Dies dank Menschen die etwas tun anstatt nur immer zu jammern. Ich bin dankbar hier einen kleinenTeil beitragen zu dürfen.

Nun gehts unter die Decke. Morgen werden wieder Familien besucht!

Schlaft gut und hoffentlich steckt Euch der Samichlaus etwas in Eure Schuhe (oder hat es bereits getan 🎅🏻)

Euer Swiss

Unsere heutigen Helfer, als erstes Timea welche es sich nicht nehmen liess trotz siebten Monat Schwanger uns zu begleiten!Dann wäre dann Mariza, 22 jahre jung und voll dabei!

Und hier unser Engel Angela. Eine Powerfrau sondergleichen.

Die Direktorin des Frauen und Männerheims und zugleich Chefin von 130 Angestellten.

Unser Hilfstrüppchen, mit dabei Thimothe der Sohn von Angela

Die folgenden Aufnahmen entstanden in den verschiedenen Heimen und Abteilungen

In der TB Abteilung erhielten wir dekorative Schutzmasken 🤣

So wurde unsere Unterhaltungstruppe gefeiert.

Das war meine Prinzessin im Kinderheim

So freuen sich die Kinder über eine Tafel Schokolade.

Solche Arbeiten verrichten einige der fähigen Kinder

4 Kommentare zu „Ukraine 6.12.18 Tag drei“

  1. Hallo Roli!
    Das ist unheimlich spannend was du da schreibst! Solche Einsätze verändern wahrscheinlich das Leben für immer.
    Wahrscheinlich ist es manchmal kaum zu ertragen wenn du im Gegensatz an unser Jammern auf hohem Niveau denkst. Es wüdre sicher jedem gut tun, mal einen solchen Einsatz zu machen. Ich jedenfalls habe solche Armut noch nie live gesehen.
    Ich bin sooooo stolz auf dich, so super das du das machst 😍👍

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    1. Ach weisst Du, ich habe nicht das Gefühl etwas besonderes zu sein. Ich bin einfach dankbar, dass ich über die mentale Kraft verfüge diese Arbeit tun zu können. Es ist ein Geschenk für das ich nichts dafür kann. Darum finde ich sollte ich das zum Nutzen meiner Mitmenschen einsetzen. Das ist alles.

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