Camino Tag siebenunddreissig

Da war sie also, meine letzte lange Etappe auf dem Jakobsweg. Ein letztes mal standen 28km an. Es forderte noch einmal alles von mir. Zumal es am Schluss mal wieder 31km waren.

Irgendwie geriet ich zwischendurch auf eine Alternative Route die zusätzliche 2km ausmachte. Und am Schluss war die Unterkunft über 1km vom Camino entfernt. Voilà 3km mehr gelaufen.

Obschon ich mich das ja bereits gewohnt bin, war es heute eine zusätzliche Belastung. So langsam spüre ich am ganzen Körper die Müdigkeit. Ich bin ja jetzt auch schon seit acht Tagen ohne Unterbruch unterwegs.

Da ist auch noch das Problem mit dem rechten Fuss. Spüren kann ich ihn eigentlich immer. Aber so langsam gehört der Schmerz zum laufen dazu und ich nehme ihn kaum mehr wahr. Einzig auf sehr unebenem Gelände wird es schlimmer, aber das ist ja jetzt eher die Ausnahme.

Die Wege sind jetzt mehrheitlich super ausgebaut und meist auch toll ausgeschildert. Nur ab und zu in kleinen Dörfern ist die Signalisation nicht einfach zu finden. Manchmal sind die Pfeile am Boden aufgemalt, manchmal klein und hoch oben an einer Hausmauer oder auf einem Pfeiler.

Meist läuft man sowieso den Pilgern nach die vor einem laufen. Bloss kann auch das in die Hose gehen! Wie dort wo ich mich plötzlich auf einer Variante zum Jakobsweg wiederfand. Da war ich auch stur einer vor mir watschelnden Pilgerschar gefolgt. Resultat: die erwähnten 2 Kilometer Umweg.

Nun zu etwas das mir bei meiner Wanderung oft aufgefallen ist. Es sind sehr viele Bauruinen zu sehen. Ein paar mal standen Autobahn Teilstücke in der Gegend herum die angefangen aber nie fertiggestellt worden sind. Wohl auch ein Grund der Wirtschaftskrise in Spanien.

Es ist schon gespenstisch einem ganzes Teilstück mit Brücke und Zu und Abfahrt mitten in einem Wald zu begegnen. So etwas habe ich hier zum ersten Mal gesehen. Auch ganze Wohnbau Siedlungen irgendwo auf dem Land ohne Infrastruktur die halbfertig gebaut herumstehen. Die Türen zugemauert und ohne Fenster. All diese Anlagen zeugen von riesigen Fehlinvestitionen.

Ich vermute jetzt mal, dass diesem Umstand auch der Unmut der hiesigen Bevölkerung gegenüber der Zentralregierung in Madrid entspringt. Verstehen kann man es wenn man die Auswirkungen hier sieht.

Es erinnert mich stark an den Rust Belt im Osten der USA. Oder an die Misere in Süditalien die ich um Neapel gesehen habe. Es sind alles Gebiete die von den Politikern und der Wirtschaft links liegen gelassen wurden. Globalisierung sei dank!

Kein Wunder werden Leute wie Trump, Puigdemont, und Giuseppe Conte plötzlich in die Regierung gehievt. Auch der Rechtspopulismus erklärt sich damit.

Das wär dann alles was ich am Tag vor meiner Ankunft in Santiago de Compostela zu erzählen gedachte. Morgen also das grosse Finale für das ich 800km gelaufen bin ! Nach achtunddreissig Tagen erreiche ich das erkämpfte Ziel!!

Morgen melde ich mich von Santiago de Compostela!!!

Bis dann Ihr Lieben und bleibt mir noch einen kurzen Moment treu! 🌹🌹🌹

Euer Swiss

3 Kommentare zu „Camino Tag siebenunddreissig“

  1. Ig wünsche dir für morn e gueti wanderig u hoffe das di fuess mit macht. Das wir sicher e emotionale momänt si wed gäge di chiuche loufsch. Freuemi riesig das bau hei chunsch. Machs guet mi Schatz 😘

    Gefällt mir

    1. Ja vielen Dank! Ich werde mit meinem ganzen Gepäck laufen und hoffe das dass eine gute Idee ist 😁 Aber ich möchte so aufhören wie ich angefangen habe. Bis demnächst zuhause.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s