Camino Tag sechsunddreissig

In vier Tagen fliege ich bereits nach Hause. Dann sind die achthundert Kilometer geschafft. Ich hatte lange Zweifel ob ich es mit dem angeschlagenen Fuss durchziehen kann. Zum Glück konnte ich das schwere Gepäck voraussenden, auch wenn ich es lieber selber getragen hätte.

Aber ich musste mich entscheiden, weil das Gewicht hätte meinen Fuss bestimmt zu sehr belastet. Zum Ausgleich konnte ich das Tempo massiv erhöhen. Nicht viele Pilger konnten da noch mithalten. Auch nicht solche ohne Gepäck. Das schmeichlt natürlich dem Ego! 😇 Nein, es war schon toll, dass mit dem Handicap noch so viel drin lag.

Ietzt bin ich also 28km weiter in Arzúa. Von hier sind es garade noch 38km bis Santiago de Compostela. Man merkt es gut an der riesigen Anzahl Pilger auf dem Weg. Es ist eine richtige Völkerwanderung. Allein unterwegs ist man höchstens noch morgens um sechs Uhr. Ab 08:00 Uhr zieht es mächtig an. Dann sind die Pilger wach und verpflegt.

Es ist schon ein riesen Unterschied zu den Kilometern vor 200km. Damals waren die Bars zumindest um halb acht offen. Nun kann man froh sein wenn sie um halb neun offen sind.

Sowieso fängt hier das Leben erst nach acht an. Nicht wie bei uns wo sich die Staus bereits nach sechs bilden. Tja andere Länder andere Sitten. Allerdings weis ich nicht wie es in der Stadt ist.

Und die Autofahrer sind wie die gestörten unterwegs. Kaum jemand fährt unter 100 kmh. Auch wenn 70 oder gar 60kmh vorgeschrieben sind. Als Wanderer muss man schon sehr aufpassen wenn man die Strasse überqueren muss.

Es ist genau wie in Italien, vielleicht noch ein wenig schlimmer. Zum Glück sind wir nicht sehr oft direkt auf der Strasse unterwegs, da haben die Verantwortlichen des Pilgerweges recht gute Arbeit geleistet.

Zumindest die letzten 200 km sind grösstenteils vorbildlich angelegt. Es gibt praktisch nur noch plattgewalzte Wanderwege die dem Römischen Wegnetz folgen. Das ist oft sehr romantisch. Ich habe ein paar Fotos davon gemacht.

Nun bin ich also in meiner Pension in Arzúa angekommen. Es ist wieder einmal phantastisch. Die Pension verfügt über eine riesige gedeckte Terasse, eine Küche, einen Gemeinschaftsraum und eine Waschmaschine mit Trockner, gratis! Das grösste ist, ausser mir ist heute niemand hier, ich habe das alles nur für mich!

Also sitze ich hier auf der Verand in einer Schaukel und schreibe meinen Blog während gerade meine Wäsche durchläuft. Bequemer gehts echt nicht mehr. Ausserdem befinden sich rechts und links der Haustüre zwei Restaurants, perfekt.

Ich grüsse Euch aus meiner superbequemen Schaukel und wünsche Euch ein schönes Wochenende. 🌹

Ich werde am Sonntag in Santiago de Compostela eintreffen! Ich freue mich riesig auf diesen Moment!

Euer Swiss

Autor: Swiss

Meine Leidenschaft ist Lesen, Schreiben, Laufsport, Weitwandern, Natur, Menschen, andere Kulturen und Lebensweisen. Ich bin Neugierig und offen für alles. Das Paradies ist immer noch in uns allen, wir müssen es nur zulassen.

9 Kommentare zu „Camino Tag sechsunddreissig“

  1. Hallo Roli
    Bald werde ich mein liebgewordenes abendritual vermissen….deinen blog lesen. toi toi toi für die letzten kilometer und zu hause gute genesung deinem fuss. Und auch ganz liebe grüsse an santina.

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    1. Vielen Dank für die lieben Worte. Ich habe gerne geschrieben. Es war auch für mich ein Ritual mich jeden Abend hinzusetzen und meine Eindrücke ins Handy zu tippen. Ich freue mich riesig, dass es Dir und den anderen Followern Spass gemacht hat meine Geschichten zu lesen. Hab Dank dafür! Jetzt noch der Höhepunkt des Camino, ich bin sehr gespannt wie das auf mich wirken wird. Es gibt noch ein paar Berichte bis ich zuhause bei meinem Schatz ankomme.

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  2. Hey du bisch super, nume no 38 km..wow so guet! Die schaffsch o no mit lädiertem Fuess so wie ig di kenne. Gniess dini Unterkunft u de vorauem dr Räschte vom Camino. Liebe Gruess usem gwittrige Bantige ☔️⚡️

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    1. Danke o Dir für Dini Understützig während dere länge Zyt. Ohni Euch alli wärs viu schwiriger gsi sech jede Tag vo neuem z‘ Motiviere. U hüt am Abe wes guet geit stah nig vor de Tore vo Santiago de Compostela!!

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  3. Also ich muss sagen, du siehst blendend aus! Kein Mensch sieht dir die geleistete Schwerarbeit an!! Der Camino hat dich topfit gemacht. Geniesse noch die Vorfreude auf den Einzug am Ziel🙋‍♀️ Schlaf gut! Uebrigens all deine Fotos sind toll, man bekommt einen guten Eindruck vom Weg

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    1. Hei vielen Dank für Deine Komplimente. Aber Ihr alle seid mit ein Grund, dass ich diesen Weg schliesslich doch noch schaffen werde. Es hilft Mental enorm wenn man so viel Unterstützung kriegt! Ich Danke auch Dir herzlich dafür. Und heute Abend bin ich wenn alles gut läuft vor den Toren von Santiago de Compostela!!

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  4. Ja hallo! Die Unterkunft het diräkt ä Verwöhncharakter..u genau das chasch du bruuche! Gniess es eifach! Villicht chasch ja de deheime grad witerschoukle! Häb no ä schöne Aabe und äs Grüessli usem schwarzverhangene gwittrige Stäffisburg!

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    1. Dir heit glich no bessers Wätter aus mir. Am morge 12 Grad u bis am Abe höchschtens grad mau 21 Grad isch itze o nid grad Summerlich. Zum Wandere isch es scho fasch zu kalt. Zudäm Luftets o no chaut. Was für e Ungerschied zu vorhär uf der Hochäbeni um Castrojeriz. Aber äbe me cha nid aues ha. So gseh Häb trotz schwarze Wulche e schöne Abe!

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