Camino Tag fünfunddreissig

Tag fünfunddreissig, kaum zu glauben wie lange ich jetzt schon durch Spanien latsche. Zwei paar Socken, ein paar Schuhe und ein halber Fuss sind bisher draufgegangen. Was ist denn nun die Erkenntnis des ganzen?

Erstens, Wandern macht unheimlich Spass! Zweitens wegen der Kulinarik sollte man besser zuhause bleiben. Drittens ich liebe jetzt auch die Spanier also natürlich nach den Italienern und den Nepalesi! Aber noch vor den Engländern die sich einfach nach meinem Geschmack zu sehr einmeihomeismei Kasteln. Für den Google Translator: zu sehr einmeinheimistmein Kasteln. (Glaube zwar nicht das der damit klarkommt)

Wo war ich? Ach ja, viertens: Völkerwanderung wurde auf dem Camino erfunden. Ich habe noch nie so viele Fusskranke Blasentreter freiwillig durch die Botanik sich kämpfen sehen. Mindestens 60% der in den Bars an der Strecke sitzenden haben die Schuhe ausgezogen, halten ihre Stinksocken in den Händen und werkeln an ihren Blasen und sonstigen Wehwehchen herum.

Zur Verteidigung der Durchpilger (neues Wortgebilde analog thruhiker) muss ich bemerken, dass dieses Phänomen erst seit Kilometer 100 vermehrt zu beobachten ist.

Tja und fünftens? Die Religion ist logischerweise das zentrale Thema bei diesem Massenphänomen. Erst wenn dann auch noch wandernde Predigchöre unterwegs anzutreffen sind, stellt sich mir ernsthaft die Frage häää???? Oder ich am Wegrand auf einem Schild lese „Gratis Umarmungen hier!“ beschleunigt sich mein Schritt wie von selbst.

Sechstens, hier geht mir die Phantasie langsam aus. Ach ja, es gibt auf dieser Pilgerfahrt nichts kurioses das nicht passieren kann. Kollektiver Wohlfühl Gspürschmi Zauber allenthalben. Nicht böse gemeint, aber es ist halt so. Alle fünf Meter wünscht mir jemand „buen Camino“ kann man das noch ernst nehmen? Das ist in etwa dasselbe wie auf dem AT die Floskel „how are you?“ wirklich interessiert hat es kein Schwein. Aber sagen musste man es.

So, das war jetzt eine nicht ganz ernst gemeinte Zusammenfassung des Camino Erlebens. Mir war einfach gerade so. Darum schreibe ich ja auch immer gleich nach meiner Ankunft am Tagesziel.

Seid wohlfühlsam zusammen und danke für die Aufmerksamkeit. Tschüss bis morgen, dann wieder ernsthaft… vielleicht 😁🌹

Euer Swiss

4 Kommentare zu „Camino Tag fünfunddreissig“

  1. Hallo! Me cha sech ächt guet iifüehle, was da eso abgeit..u schlussändlech verdiene ono viu Lüt ar Louffröid vo dene
    Säubstfindigssuechende! Apropos: Wo bisch du hinech „glandet“? L.G. vor Heidi

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    1. Bi itze ds Palas de Rei u es fähle no ca. 66 Kilometer. Em Fuess geits immer öppe glich. Ds Ziel chunnt immer nöcher. Morn sis de no 38 Kilometer. Der näscht Stop isch in Arzúa.

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