Camino Tag siebenundzwanzig

Was für ein Tag! Aber zuerst muss ich das Hotel hervorheben. Ein superschönes Zimmer, ein gediegenes Atrium und tolle Leute. Ich konnte mich mit einem Paar unterhalten die mit ihrer zehn Monate alten Tochter unterwegs sind.

Er ist Deutscher und Sie Kanadierin. Bevor ihre Tochter geboren wurde lebten sie auf den Kaiman Inseln. Typischerweise ist er Banker!

Ich konnte mich gut amüsieren mit ihrer Kleinen. Die beiden Eltern waren sehr erstaunt als die Kleine ihren Kopf an mich lehnte. Es war rührend und ich genoss es sehr!

Am morgen bin ich um sieben losgezogen. Es war kühl und bewölkt. Beim zweiten Dorf machte ich einen Stop um einen Tee zu trinken. Dabei verfinsterte sich der Himmel immer mehr und man hörte leises Donnergrollen.

Ich holte schon mal vorsorglich meine Regenkleider hervor und begann mich anzukleiden. Die Pilger um mich herum schauten mich zweifelnd an, taten es mir aber gleich.

Ich hatte gerade alles Regendicht verstaut als die ersten Tropfen fielen. Schnell half ich dem Servicepersonal noch die Sonnenschirme und die Stühle in Sicherheit zu bringen.

Intwischen setzte der Regen heftig ein. Willst du da wirklich raus fragte mich jemand. Ich zuckte die Schultern, schliesslich habe ich excellente Regenbekleidung.

Also ging ich los. Was dann folgte hatte ich so nicht erwartet. Immer heftiger wurde das Unwetter und die Blitze kamen immer näher. Etwas mulmig wurde mir schon, der Weg führte stetig bergauf und um mich herum nur Büsche und niedrige Bäume.

Dann schlug ein Blitz etwa 100 meter neben mir ein. Es blieb zum Glück der einzige. Nach zirka einer Stunde zittern erreichte ich das nächste Dorf und dort eine Herberge. Es war übervoll mit gestrandeten Pilgern.

Nach einer Stunde hatte sich das Gewitter verzogen und ich ging weiter. Es regnete wieder. Ich war praktisch allein unterwegs. Dafür brausten öfters Taxis neben mir über die Strasse. Es war erstaunlich zu sehen wie wenige Pilger anständige Regenkleider dabei hatten. Von den Turnschuhen der allermeisten ganz zu schweigen. Selbst lange Hosen schienen viele nicht eingeplant zu haben.

Ich meine, ab heute sind wir wieder in den Bergen und mein heutiges Tagesziel liegt auf 1300 müM! Hier herrscht heute eine Temperatur von plus zwölf Grad! Keine Ahnung was sich diese Leute denken noch dazu in Turnschuhen! Wie dumm kann man bloss sein!

Aber eben, hauptsache Fun. Es wird ja oft auch geschrieben der Camino sei ein Spaziergang und jedermann auch Kinder könnten den locker bewältigen.

Tja wenn das Wetter stimmt und immer die Sonne scheint mag das noch einigermassen zutreffen. Aber so wie sich der Camino heute hier in den Bergen zeigt stimmt das überhaupt nicht mehr. Es wurde selbst für mich rutschig und ganze Bäche strömten talwärts über den Weg. Dazu die tiefe Temperatur.

Selbst für meine wasserdichten Kleidern war das ganze etwas zu viel. Richtig nass wurde ich nicht, aber feucht schon.

Endlich schaffte ich auch noch den Berg. Im Pilgerführer wurde der Anstieg als sehr hart bezeichnet. Gegen den Appalachian Trail war das bestenfalls ein Appetit Hügelchen 😂 (Angeber)!

So, jetzt hab ich mir ein Nachtessen verdient und dann ab in die Heia. Morgen soll wieder die Sonne scheinen. Ich freue mich auf einen sonnigen Tag 😎

Einen ebensolchen wünsche ich Euch auch 🌹

Euer Swiss

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