Camino Tag sechsundzwanzig

Astorga Wäscherei, da sitze ich mal wieder und trara! ich wasche! Allmählich werde ich zum Waschexperten. Erst in Florenz dann in den USA und jetzt in Spanien! Welche Hausfrau kann sich schon mit meiner Erfahrung messen? Ich bin einfach stolz auf meine neuen Fähigkeiten!

Jetzt sollte ich noch kochen lernen. Weil das Handwerk ist am Camino leider selten anzutreffen. Das ist nicht nur meine Erfahrung, auch andere Pilger sagen dasselbe. Und ich bin alles andere als heikel was Essen anbelangt. Santina kann das bestätigen.

Die ewigen Pommes zu absolut jedem passenden und unpassenden Gericht ist schon speziell. Oder mag jemand von euch diese Vierkantigen Scheusale zu Spaghetti? Eben!

Nun zu erfreulicheren Dingen. Gegen Schluss des heutigen Tages traf ich am Wegrand auf eine Oase mit Matratzen, und Stühlen die von einigen Jungen hier aufgestellt wurden. Improvisierte Dächer spendeten Schatten.

Das beste aber waren die Früchte die Sie uns anboten. Nehmt sagten Sie soviel ihr mögt. Wenn ihr könnt werft eine Spende dort in den Behälter. Es war wie im Paradies. Ich hatte gerade 12km in glühender Hitze hinter mir und hier gabs frische unglaublich gut schmeckende Früchte. Ihr könnt Euch kaum vorstellen was für ein Gefühl das ist.

So sassen und lagen wir hier im Schatten auf den ausgelegten Matratzen und konnten unser Glück kaum fassen. Trails Angel auf dem Camino. Das gabs bisher noch nie in dieser Form!

Natürlich habe ich gespendet. Meine Spende war sicher viel zu hoch aber das war es mir Wert. Koreaner, Amis eine Russin, Italiener, Deutsche ein Östereicher aus Wien und ich Schweizer sassen hier friedlich herum und assen Früchte.

Es hatte Orangen, Wassermelonen, Äpfel, Aprikosen, Bananen, Kirschen und ich weis nicht mehr was noch. Das gehört definitiv zu den Höhepunkten meiner Wanderung hier in Spanien. Überhaupt gehören die Spanier (ausser den Köchen) zu den liebenswertesten Menschen denen ich so auf meinen Reisen begegnet bin.

Und wenn Ihr jetzt noch keine Lust auf eine saftige Orange oder einen wunderbar süssen Schnitz einer Wassermelone verspürt, ja dann kann ich Euch auch nicht helfen.

Meine Wäsche ist mittlerweile während meiner Schriftstellerischen Betätigung auch fertig.

Geht also hin und erfreut Euch an köstlich schmeckenden Früchten. Ich wünsche Euch guten Appetit dazu!

Euer Swiss

5 Kommentare zu „Camino Tag sechsundzwanzig“

  1. Hallo Swiss!
    Endlich konnte ich wieder mal alle deine Beiträge lesen und Fotos anschauen. Bis jetzt überflog ich die Texte kurz, weil ich als Krankenschwester beschäftigt war 🙂 ! Kurt ging es nicht so gut und er brauchte meine Zuwendung. Jetzt geht es wieder besser.
    Ich freue mich für alle Erfahrungen , Begegnungen und Erlebnisse die du auf dem Jakobsweg machen kannst.
    Es liegt in der Natur des Weges, dass bei vielen Pilgern die Motivation, diese Strecke zu laufen, religiöser Natur ist. Sie sind eben Pilger, du bist Hiker auf einem Pilgerweg :-)! Auf jeden Fall ist es immer wieder schön deine Texte zu lesen , dass du uns teilnehmen lässt an deinen Erlebnissen. Gerade dieses unerwartete Geschenk mit den Sofas und den Früchten, ich kann mir vorstellen wie sehr man so etwas geniesst und dankbar dafür ist.
    Deine Fotos sind wunderschön und man kommt einen wunderbaren Eindruck von der Strecke.
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude auf dem Weg, der ja auch das Ziel ist. Obwohl dieser Satz ein wenig abgedroschen klingt ;-)!
    Geniess es auf jeden Fall, jeder Tag ist ein Geschenk!
    Ich gehe jetzt in die Küche ein paar feine Aprikosen holen :-)!
    Alle Liebe aus Wil

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    1. Hoj Malu, schön was von Dir zu lesen! Du hast etwas ganz wichtiges gesagt: „der Weg ist das Ziel“ ist keineswegs abgedroschen. Es umschreibt mit wenigen Worten den tieferen Sinn des zu Fuss unterwegs seins. Es geht darum nicht Kilometer zu fressen sondern Begegnungen zu haben, offen zu sein für die kleinen Dinge denen man unterwegs begegnet. Hat man nur das Ziel vor Augen und läuft stur darauf zu findet man am Ende eine total überfüllte Stadt wie jede andere und ist enttäuscht. Dazu braucht niemand 800km zu laufen nur um Zuhause stolz seine Compostela zu schwenken. Das wollen diese wenigen Worte vermitteln. Danke für Deinen Beitrag. Du bringst es wie immer auf den Punkt. Nun zu Kurt, ich hoffe es geht Ihm wieder besser? Was fehlt Ihm denn? Ich wünsche Ihm alles Gute und das er bald wieder fit wird. Ä liebe Gruess a aui us Spanie Roli

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  2. Ola! Schöni Föteli hesch du wider gmacht! U jede Tag erläbsch du öppis Nöis..so söus doch si! Nid nume dür d’Botanik schuene!
    Ig hoffe nume, die feine Frücht heigisch du nid ungwäsche gässe..wärsch de nid der Erscht, wo sech d’Innerei würde mäude!
    U vowäge wäsche: du chönntisch doch – wenn de wider deheime bisch – ä Wöschsalon mit Take-Away aabiete! Derwile dass d’Lüt
    ihri Sache überhei, chönnti si bi dir äs Sandwich und ä Cola choufe u grad iifrese! Wünsche dir ä erhousame Aabe und tschüss!

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    1. Wasch es, Koch es, Schäl es, oder Vergiss es. Das ist ein Rat den es auf Wanderung zu beherzigen gilt. Ich halte mich nach Möglichkeit eisig daran. Natürlich wird es dann schwieriger wenn man auswärts isst. Das mit dem Waschsalon ist wizig, nur möchte ich echt nie mehr ein eigenes Geschäft haben. Das hatten wir schon, no Sir never again! Wünsche o e geruhsame Abe mit vilech chli Frücht?

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