Camino Tag sechs

Das Hotel gestern erwies sich als eher ungenügend. Erstens war es ganz am Ende von Estella und dann war das zugehörige Restaurant bereits um 18:00 Uhr dicht.

In der folge bin ich satte 3 km in Sandalen marschiert um zu einem Foodtempel und zurück zu gelangen. Zwar ohne Rucksack aber immerhin. Das Essen war ok. aber nicht unbedingt sehr gesund. (Hamburger mit Fritten) 😙

Aufs Morgenessen habe ich dort verzichtet und bin gleich losmarschiert. Ich dachte, dass da sicher noch das eine oder andere Restaurant auftauchen würde. Taten sie auch, nur waren allesamt noch geschlossen.

Nun, dachte ich, dann esse ich halt einen meiner Energieriegel. Unter einer Brücke entledigte ich meinen Rucksack und stellte ihn… mitten in einen kapitalen Haufen Hundescheisse!

Meinen Fehler bemerkte ich erst als es anfing penetrant zu stinken. Na toll, was tut ein Improvisations Genie jetzt? Er reisst büschelweise Gras aus und verschmiert damit das ganze noch schlimmer über die ganze Unterseite des besagten Transportgeräts. Auch meine Handschuhe bekamen etwas davon mit.

Fortan schritt ich als eine Art stinkendes Disneyland für Camino Fliegen durch die Botanik. Diese umschwirrten mich in freudiger Erregung. Ich ignorierte das ganze wie auch die fragenden Blicke meiner Mitpilger und deren gerümpften Nasen.

Irgendwann unternahm ich einen zweiten Anlauf zur Reinigung mit etwas mehr Erfolg. Der Gestank und die Fliegen waren weg.

Heute hatte ich mir mit nominellen 28 km eine Monstertour auferlegt. Die Sonne schien heute den ganzen Tag und trieb die Temperatur auf über 30 grad. Auf der ganzen Stecke gab es keinerlei Schatten.

Dazwischen führte uns der Weg über 11 km durch Felder ohne Ende und ohne ein Dorf dazwischen. Unter der sengenden Sonne wurde ich schneller müde als üblich. Glücklicherweise hatte ich vorher noch getrunken und meinen Flüssigkeitsvorrat aufgefüllt.

Schliesslich erreichten wir das Dorf Los Arcos. Dort wäre es eigentlich zuende gewesen. Ich wollte aber noch ins 8 km enfernte Torres del Rio.

Dummerweise füllte ich meine Flüssigkeiten nicht mehr nach. Was sich in der folge als schwerer Fehler erwies.

Es waren mit die härtesten 8 km meines Lebens. In etwa vergleichbar mit den letzten Kilometern eines Marathons. 2 Kilometer vor Torres verbrauchte ich den letzten Tropfen Flüssigkeit. Ietzt wurde es richtig schlimm.

Mit letzter Kraft torkelte ich 1 Kilometer vor Torres in die erste Bar nach 7 unendlichen Kilometern. Dort kippte ich gleich 2 Dosen Alkoholfreies Bier. Dann kühlte ich mich im Lavobo ab.

Der letzte Kilometer schleppte ich mich mühsam zum reservierten Hotelzimmer. Hier liege ich nun und lasse den Tag Revue passieren. Im Augenblick habe ich Krämpfe in den Füssen und den Beinen.

Bis morgen wird das hoffentlich vorüber sein. Für morgen sind nur 20 km geplant. Dann schaue ich wie es mir dort geht.

Für heute mache ich Schluss, mich plagen gerade diverse Krämpfe.

Mit einem unverkrampften Lächeln 😀

Euer Swiss

9 Kommentare zu „Camino Tag sechs“

  1. Wacker, wacker! Darum laufen wir eher in nordischen Gefilden. Aber mit der Sonne und der Wasserknappheit – das ist eine andere Hausnummer. Aber wenigstens musst du keine Zäune überklettern! 🙂

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    1. Wie wahr, das mit dem Wasser habe ich echt unterschätzt. Übrigens Zäune und Mauern hat es auch hier 😁 Aber der Weg ist schon fast übermässig Signalisiert. Gut für solche Falschläufer wie mich. Das warme Wetter ist aber schon angenehm… wenn man sich richtig verhält. Ist ja bei kälte nicht anders. Hab ich auf dem AT bei minus 17 Grad erlebt. Damit kenne ich mich als Schweizer auch besser aus. 😂 Danke für den Kommentar ihr seid toll.

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    1. Du hast ja recht. Diesmal habe ich mich eben überschätzt. Oder das Wetter unterschätzt. Wie auch immer ich versuche dazuzulernen. Andererseits ist es natürlich ein tolles Gefühl wenn man Erfolg hat! Nur war der Preis heute etwas zu hoch. Häbs guet u danke für Di Kommentar.

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      1. nimm no es grosses Bier .. go itz go Tennisspile u nime de sicher o no es grosses mit emene pröschtli uf grosse Heud ROLE …😎

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