Camino Tag drei

Der Blick aus dem Hotelzimmer heute morgen verhiess nichts gutes. Immer noch hingen die Wolken tief am Himmel. Und mit +12 Grad war es auch nicht gerade Hochsommerlich.

Ich habe meine Winterwanderhose montiert. Alles andere war bereits feucht. Langsam hatte auch meine Regenjacke eine Inkontinenz entwickelt.

So gerüstet lief ich fröhlich los… und vergass prompt den Regenüberzug meines Rucksacks. Ich bemerkte den Verlust erst nach über einer Stunde Wanderung.

Doch dabei ist es dummerweise nicht geblieben. Ungefähr um 12:00 Uhr machte ich, tropfnass mittlerweile, einen Teehalt in einem kleinen Restaurant. Da meine Kopfbedeckung ebenfalls triefte, hängte ich sie zum trocken über die Heizung… dort hängt sie immer noch. Ich vermute die ist mittlerweile knochentrocken. Schade es war eine Erinnerung an den AT 😢

Durch den Dauerregen wurde auch der Weg zunehmend zum Schlammbad. Ich sah allmählich aus wie ein Grubenarbeiter nach einer zweiwöchigen Schlammkur.

Der Spass hielt sich dabei in Grenzen. Dann habe ich mich doch tatsächlich auch noch verlaufen, dass zum Thema Tomaten auf den Augen 😂

Das kam so, ich erreichte ein kleines Dorf. Den Namen habe ich sofort aus meiner Erinnerung gestrichen. Dort stand ein Schild mit der Aufschrift Brunnen folgt nach 20m links. Ich also Augen nach links und so geradewegs am Wegweiser blindlings vorbei.

Nun stieg die Stasse unglaublich steil an. Ich dachte bei mir so, aha jetzt machen sie einen auf AT! Da hat mich der AT Virus gebissen. Mich kriegt ihr nicht klein dachte ich, ich habe schon ganz andere Hügel gefressen!

Das ging bis der Weg 100 Höhenmeter später an einem Wasserreservoir endete. Nun kapierte sogar mein umnebeltes Hirn das ich mich verfranst hatte. Kleinlaut machte ich mich auf die ganze Strecke zurückzulaufen. Damit wäre auch das Thema verlaufen erledigt. Hämische Bemerkungen verbitte ich mir!!

Nach einigen Stunden erreichte ich endlich Pamplona. Nass und total verdreckt bin ich mit dem Bus zum Hotel gefahren. Das gab einige abfällige Blicke seitens der Passagiere. Ich fürchte auch mein Duft war alles andere als lieblich.

Da ich morgen zurückfliege ergab sich das Problem was ich denn anziehen sollte. Sämtliche Kleider waren entweder starr vor Schmutz, stanken oder waren nass. Das Hotel verfügt leider nicht wie in den USA über eine Guest Laundery.

Ich bestellte also ein Taxi zum 1km entfernten Waschsalon. Laufen war keine Option mehr. Meine Haxen wollen einfach partout nicht mehr. Der Spass kam ganz schön teuer zu stehen! Den Preis verschweige ich hier, Santina wäre Entsetzt 😱

Das wars vom Tag drei auf dem Camino. Morgen gehts wie gesagt zurück nach Hause. Ich melde mich am Montag wieder.

Ich grüsse Euch aus Pamplona und wünsche ein schönes Wochenende.

Euer Swiss

6 Kommentare zu „Camino Tag drei“

  1. Hallo Swiss Pilger, du erläbsch ja scho wieder veiechli öppis. Gsesch äs wird dir o ufem Jakobswäg nid längwilig 😉 I wünsche dir ä trocheni Nacht, ä gueti Heireis u vieu Chraft bim Abschied vom Hanspeter! Liebe Gruess Anita

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    1. Ja guten morgen my dear sister. Ich schreibe in hauchdeutsch weil es Leser hat die Berndeutsch kaum verstehen werden. Du hast recht, wenn man zu Fuss unterwegs ist erlebt man so einiges. Das ist ja auch gerade der Teil der mich so fasziniert am Wandern. Und als Zugabe werde ich auch noch körperlich Fit! Wenn ich Glück habe, verliere ich noch so das eine oder andere überflüssige Pfündchen 😉 Ich wünsche Dir noch eine angenehme Restwoche.

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  2. Hallo Pilger! Nei aberou..soviu Päch a eim Tag..ungloublech! Da chas ja ab nächstem Mäntig nume no besser choh!
    Mir hei hie o z’chüehl u z’nass..aber ab em Frytig sötti mer de wider der Summer gschpüre!
    Ig wünsche dir ä guete Flug und gueti Erholig vo dene Schtrapaze!
    Aes Grüessli vor Heidi

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    1. Danke die Pause kann ich gut gebrauchen. Ich habe heute eine junge Frau aus Kanada getroffen. Sie erklärte alles unterhalb ihrer Augenbrauen würde sie schmerzen. Sie hat ein Taxi nach Pamplona bestellt 🤗 Ich bin den Weg bis zum bitteren Ende gelaufen 🚶‍♀️

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      1. Ohjeh..de chan’ig nume hoffe, dass du ke Muskukater bis dert ufe hesch! U süsch..ä Gsichtsmassage chönntisch de ja ono säuber mache! Häb ä gueti Nacht!

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