Roachdale Way Disaster

Wie ihr bereits dem Titel entnehmen könnt ging der Start ziemlich in die Hose đŸ€Ș

Aber der Reihe nach. Morgens um halb neun holte mich das Taxi vor dem Hotel ab. Die Vermieterin riet mir dazu weil der Hollingworth Lake und das dortige Tourist Center recht weit weg sei.

Das war es denn auch, ca fĂŒnfzehn Minuten mit dem Taxi. Dort angekommen wurde mir erklĂ€rt es öffne erst um halb zehn. Als um zehn Uhr immer noch niemand kam beschloss ich zu gehen.

Eine App hatte ich ja und sowieso schien dieser Rochdale Way niemand zu kennen. Das hĂ€tte mir eigentlich zu denken geben mĂŒssen.

Trotzdem, eine Plakette mit dem Namen habe ich zum ersten mal nach etwa einer halben Stunde gefunden. Dann wieder lange nichts. Nach einer Stunde hatte ich mich bereits zweimal verlaufen!

Doch ich wanderte weiter, immer im Vertrauen auf die App. Leider funktionierte das Teil nicht immer richtig, so das ich oft erst nach einigen Versuchen meine Position erkannte.

Soweit nicht wahnsinnig schlimm, aber es verbrauchte viel Batteriespeicher. Der sollte mir am Schluss noch recht Ärger machen.

Nun denn, das Wetter war super, obschon ein kĂŒhler Wind wehte. Zum Anfang ging es stetig Bergauf und da ich schon wieder eine Abzweigung verpasste, etwas höher als nötig. Das ganze zurĂŒck, los.

PĂŒnktlich zur Mittagszeit tauchte eine GartstĂ€tte auf. Nachdem ich 15 min am Tisch gewartet hatte ohne das jemand aufkreuzte ging ich zur Bar eine Cola holen. Hunger hatte ich da sowieso nicht.

Danach gings weiter, allerdings nicht lange. Da war plötzlich der Weg gesperrt wegen Bauarbeiten. Das war am Anfang eines Stausees. Wir wurden auf die andere Seite umgeleitet. Ein etwas mĂŒhsamer Weg mitten durch ein Hochmoor. Das beste am Schluss, ich musste praktisch den ganzen Weg zurĂŒcklaufen da mein Weg just 200m nach der Sperrung abzweigte!

Macht nichts, nur zwei Kulometer Umweg. Das war aber leider noch lÀngst nicht alles.

Die Kennzeichnung wurde immer schlechter. Es fing auch noch an zu Regnen. Kein Problem, ich hatte ja eine tolle Regenjacke. Der Weg zweigte nun ab und es ging steil nach oben. Fast schon wie auf dem Trail. Da es jetzt in strömen regnete wurde es auch noch rutschig. Auch das nicht weiter schlimm, meine Schuhe sind mit einer Goretex Membrane ausgerĂŒstet und absolut rutschfest und wasserdicht.

Wenn es denn nicht von oben hereinlĂ€uft. Jetzt fing es so richtig an sich zu entwickeln! Die App zeigte mir an ich hĂ€tte nach rechts vom Weg abzuzweigen. Erst nach lĂ€ngerem Suchen fand ich eine Art Plattenweg der stetig nach oben fĂŒhrte.

Dann endete der Weg und ich stand mitten auf einer sumpfigen Wiese. Das App zeigte mir das ich angeblich auf dem richtigen Weg sei. Ich stapfte weiter hĂŒgelan ĂŒber Sumpflöcher und glitschige Steine.

Endlich oben angelangt fiel das GelÀnde steil ab. Was jetzt? Kein sichtbarer Weg weit und breit. Ein Blick auf die App brachte auch keine KlÀrung. Ich sei zu weit links. Gut, ich nach unten und dann rechts. Da endete das ganze an einem Zaun mit Stacheldraht.

Also weiter dem Zaun entlang zuerst etwas nach oben, dann nach rechts. Mist, wieder Stacheldraht und Sumpf. So langsam gingen mir die Alternativen aus! Kein Weg, keine Möglichkeit weiter nach rechts zu gehen. Es war zum heulen.

Jetzt bloss nicht die Nerven verlieren! Du stehst tropfnass inmitten von ZÀunen umgebenem Niemandsland. Noch dazu sehr sumpfigem Niemandsland! Meine Schuhe waren mittlerweile vollgelaufen, da ich mehrmals in Sumpflöcher eingesunken war.

Die einzig vernĂŒnftige Lösung schien mir den HĂŒgel wieder zu erklimmen und dem dortigen Zaun entlangzulaufen. Weiterzugehen war zu sinnlos. So landete ich schliesslich unweit von Rochdale auf der Hauptstrasse.

Der Akku meines Mobiltelefons war mittlerweile auf fĂŒnf Prozent gesunken und der Zusatzakku leer. Mit dem letzten Rest reservierte ich ein Hotelzimmer in Rochdale.

Zum glĂŒck war da eine Bushaltestelle. Kurz darauf hielt einer an und brachte mich sicher nach Rochdale zurĂŒck. Dort stieg ich in ein Taxi das mich zum Hotel fĂŒhrte.

Hier wÀre ich nun, frisch geduscht und in trockenen Kleidern.

Ich bin heute 24 Kilometer und 600 Höhenmeter gelaufen. Auf dem Trail bin ich nur zwölf Kilometer weit gekommen. Frustrierend nicht wahr?

Morgen bleibe ich in Rochdale und ĂŒberlege mir wie weiter. Wenn das mit dem Weg und dem Wetter so weitergeht sehe ich etwas dĂŒster. Ich melde mich morgen wieder.

Danke fĂŒr Eure Anteilnahme đŸ€Ł

Euer Nasswiss

PS. Etwas muss ich noch nachschieben, sonst ist das ganze viel zu dĂŒster 😁 Den grössten Teil des Weges habe ich sehr genossen. Die Landschaft ist prĂ€chtig und die Leute denen ich begegnet bin allesamt Ă€usserst freundlich. Es war also mitnichten alles negativ!

6 Kommentare zu „Roachdale Way Disaster“

  1. Hallo Roli
    Alternative: NĂ€chstes Mal im Appenzellerland wander, dort verlĂ€ufst du dich garantiert nicht⛰, da brauchst du keine App, es hat Wegweiser in HĂŒlle und FĂŒlle😂😉
    Liebe GrĂŒsse
    Malu

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    1. Habt ihr das auch so erlebt? Es ist wunderschön hier, ich war nur etwas ĂŒberrascht wie schlecht zumindest dieser Rochdale Way markiert ist. Schade, ich war echt im sch… am Schluss. Es gab keinerlei Weg mehr und auch absolut nirgends eine Möglichkeit weiterzugehen ohne mich in echte Gefahr zu bringen. Auch auf die Gefahr hin als Weichei dazustehen meine Gesundheit ist mir wichtig.

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      1. Ich denke, es gibt einfach zu viele offizielle Wege in England. Jede Kleinstadt hat ihren eigenen Weg. Wenn ihn aber keiner lÀuft, verkommt er. Was machst du nun?

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      2. Ja das ist mir auch aufgefallen. Nun, wenn alles wieder trocken ist, werde ich morgen wieder einsteigen. Einfach nach diesem HĂŒgel den ich leider nicht schaffen konnte. DafĂŒr bin ich ja hier!

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  2. Welche to England! Der aufmerksame Leser unseres Blogs weiß, dass es uns auf dem ebenfalls nicht so bekannten Staffordshire Weg ganz Ă€hnlich gegangen ist. Die WegfĂŒhring in der Schweiz ist da wesentlich deutlicher, gell? 🙂
    Lauf doch ein paar Abschnitte des Pennine Way, der ist doch ganz in der NĂ€he! Der ist zwarauch nass, aber zuverlĂ€ssig da! Auch gibt es diese komfortablen Steinplatte ĂŒber die besonders nassen Stellen. Was die GaststĂ€tten angeht: Please order at the bar! 🙂

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