Tage 6-9

Tut mir leid, dass es so lange nichts von mir zu lesen gab. Ich bin so viel gelaufen und das Wetter hat sich drastisch geändert! Aber alles der das Reihe nach.

Tag 6 war alles noch in Butter die Sonne schien und es war etwa +20°C . An diesem Tag bin ich stolze 18km gelaufen! Dann in der Nacht kam ein richtiger Sturm auf mit Blitz und Donner und einer waren Sintflut. Ich bin schon etwas erschrocken ab den vielen Blitzen. Und ich hatte mein Zelt keine 20m vom Wasser aufgestellt! Und ringsum hohe Bäume, war schon echt gruselig. 

Ich bin dann am andern Tag erst um 4:00 Uhr am Morgen eingeschlafen. Und erwacht erst um 09.30 Uhr! Da war alles feucht und es war unangenehm so in die Kleider zu schlüpfen.

Geregnet hats zum Glück nicht mehr aber ich brauchte unendlich lange alles wegzuräumen. Und dann durchfuhr mich ein Riesenschreck, meine warme Jacke konnte ich nicht finden. 

Ausgerechnet bei der Temperatur und es war plötzlich die Rede von  Schnee. Im übrigen hatte ich einen Teil meines Bargeldes darin versteckt. 

Wir haben zu zweit alles abgesucht, nichts zu finden. Schliesslich kam mir ein Verdacht, es war so schwer den Schlafsack in die Hülle zu kriegen. Ich öffnete die Hülle und siehe da die Jacke war da! 

Tag 7 fing also erst kurz nach elf an. Dadurch wurde die Strecke etwas kürzer. Aber die Hügel hatten es wieder einmal in sich. Insgesamt machte ich an diesem Tag 560 Höhenmeter auf nur 11km. Es ist wirklich so, dass der Weg auf jeden sch… Hügel führt und zwar in direkter Linie. Und dann gehts gleich wieder runter, genau in der gleichen Weise usw. Mit der Zeit fragt man sich schon wieso das so sein muss.

Auf diese Weise sind einfach keine Kilometer machbar, jedenfalls nicht für mich. 

Endlich im Shelter angekommen war alles natürlich schon voll. Ein schrecklich kalter Wind ging und ich habe die halbe Nacht gefroren. 

Etwas später habe ich den Grund dafür rausgefunden: Der Reissverschluss ist mit einer Isolationsbahn abgedeckt. Weil ich auf der Seite schlafe, hängt die herunter und die eiskalte Luft strömt praktisch ungehindert in den Schlafsack. 

Jetzt schaue ich jeweils gut, dass die Abdeckung geschlossen bleibt. Ansonsten ist das Teil ganz in Ordnung.

Was ich leider vom Rucksack nicht sagen kann. Immer hängt das ganze Gewicht an den Schultern. Das wäre ja noch nicht so schlimm, aber die Schultergurte sind so schlecht gepolstert mir kribbeln schon nach kurzer Zeit die Hände. Und die Schulter schmerzt extrem. 

Ich lasse mich von dem Ding scheiden und kauf mir beim nächsten Zeroday in Hiawassee einen neuen. Der hier muss nach Hause gehen, ein Fehlkauf leider.

Tag 8 war schlechtes Wetter, es hat immer wieder geregnet und ich musste weit laufen zum nächsten Shelter. Es war Schnee auf die nächste Nacht angesagt und der kam dann auch! Zum Glück waren viele Hiker im Ausstand und nahmen Ihren Zeroday. So konnte ich im Shelter Schlafen. 

Dabei traf ich wieder auf Kapitän. Ich bin mir nicht sicher ob ich Sie schon erwähnt habe, Sie ist mit mir gestartet, läuft aber etwas schneller als ich. 

Wir haben beschlossen zusammen gleich zwei Strecken zu laufen um am Sonntag in Dick’s Creek Gap runter vom Trail zu gehen. 

Soweit so gut, es waren gute 18km und über 850 Höhenmeter zu überwinden! Man stelle sich das mal vor: einmal Lenk Fluhsseeli und zurück. Und das auf Matschwegen wo man dauernd aufpassen musste, dass man nicht auf die Schnautze gefallen ist.  

Es wäre extrem gefährlich sich dabei zu verletzen. Ich bin nur einmal kurz ausgerutscht und auf den Rucksack (das böde Ding) gefallen. Es ist zum Glück nichts passiert. 

Mein Trailname ist übrigens Swiss. Zuerst wollten Sie mich Swissmiss taufen. Da habe ich mich geweigert. Dann kam Swissmister, dass passte mir auch nicht. Also habe ich mir selbst den Namen Swiss gegeben. Unter dem Namen bin ich jetzt bekannt unter den Thruhikern.

Heute abend um 17:30 haben wir dann den Punkt Dick’s Creek Gap erreicht. Ich hatte schon Stunden vorher versucht meinen Shuttlefahrer telefonisch zu erreichen, ohne Erfolg. 

Dann die schreckliche Tatsache, dass auf dem Parkplatz wo man abgeholt werden sollte kein Empfang möglich war. Wir setzten uns mal hin und waren einfach zu nichts mehr fähig. 

Und da kurfte ein Transportbus auf den Platz, die Fahrerin öffnete das Fenster und fragte uns ob wir ein Shuttle bräuchten. Ich hätte Sie am liebsten geküsst. 

So sind wir denn heute Abend in einem Hotel eingecheckt und ich habe erst mal ausgiebig geduscht. Dann sind wir zusammen Essen gegangen. Es gab frischen Salat (ich ess doch sonst keinen) er war einfach herrlich.

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen was frisches Essen nach 5 Tagen Gefrierfood bedeutet. Oder eine eisgekühlte Cola. Ich habe gleich drei Gläser getrunken. Die Serviererin hat gelacht als ich das dritte Glas bestellte.

So, und nun bin ich wieder in der Gegenwart  angelangt. Ich werde wohl vier Tage hierbleiben und erst am Donnerstag zurück auf den Trail. Es sind Temperaturen bis -15°C angesagt! Und dafür ist mein Schlafsack nicht ausreichend. Ich muss also gezwungenermassen hierbleiben.

Das ist glaube ich auch ganz ok. Ich habe im Moment überall Muskelkrämpfe. Hauptsächlich im Schulterbereich und an den Händen. Dem Rucksack (das blöde Ding) seis gedankt. 

Ich werde sehen, das ich einen neuen finde. Dann sende ich einiges überflüssige zurück nach Hause (auch den Rucksack das blöde Ding).

 Schliesslich werde ich nach einer Massage Ausschau halten. Das wärs dann auch schon von mir, ich geh jetzt Schlafen und danke Euch für Eure Aufmerksamkeit.

Ich halte Euch weiterhin auf dem Laufenden. Seid umarmt Ihr lieben Leser!

PS. Schaut bei den Fotos nach, es gibt neue falls es mit dem Hochladen klappt.

Autor: Swiss

Meine Leidenschaft ist Lesen, Schreiben, Laufsport, Weitwandern, Natur, Menschen, andere Kulturen und Lebensweisen. Ich bin Neugierig und offen für alles. Das Paradies ist immer noch in uns allen, wir müssen es nur zulassen.

9 Kommentare zu „Tage 6-9“

  1. hallo Roland! Isch ja extrem, was Du i dere churze Zyt scho aues erläbt hesch! Ig findes prima, dass Du Dir so ne richtegi Massage
    gönnsch..u Di ou süsch wider ufe Damm bringsch! Lehr witer ä so gueti u hiufriechi Lüt kenne..de han ig nid Angscht um Dini
    seelischi Verfassig! Machs guet.. and have e break!

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  2. Uiii, du erläbsch ja scho einiges uf dim Trail😱 Itze wirsch grad abghertet, aues wo när no chunnt wird äs Nasewasser si für di😃 Itze wünschi dir mau gueti Erholig, aständigs Ässe, äs warms Bett u das ä guete Rucksack fingsch!!

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    1. Danke Sorella es geit scho wider viu besser. Cha scho wider ohni Geh-hilf umelatsche. Nume der Rügge isch immer no im Ausnahmezustand. Umegumpe endet imene totale Strafstoss. Kener 2cm chume nig vom Bode los ohni Schreichrämpf! Z‘ fescht ischnufe wird o umgehend bestraft. Aber süsch geits prächtig. U ds ässe isch eifach himmlisch. Bis gli wider einisch!

      Gefällt 1 Person

  3. Hallo Role
    Deine Berichte sind für Josy und mich sehr interessant. Der Anfang Deiner Riesenwanderung gestaltet sich ja angesichts der äusseren Verhältnisse und des gemeinen Dich niederdrückenden Rucksacks etwas schwierig.
    Ich hoffe, Deine Amerikaner bringen Dich mit Massagen und anständigem Essen wieder in Topform.
    Deine Nummer ist immer besetzt, ich wollte Dich auch anrufen. Vielleicht gibt es ein technisches Problem oder möglicherweise
    bist Du dauernd mit der Heimat in Verbindung.
    Geniesse all die Momente
    Josy und Dänu

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  4. Hi Swiss. Vielen Dank für den neuen Bericht und die Fotos! Super! Das schlechte Wetter ist ein Geschenk vom Himmel. So bist du quasi gezwungen zur Pause und hastgenügend Zeit nach einem passenden Rucksack Ausschau zu halten, dich zu pflegen und zu erholen. So wie der Shuttlebus zur richtigen Zeit kam, so findest du auch den perfekten Rucksack, davon bin ich überzeugt!!
    Umarmung zurück!

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  5. Hallo Rolli
    Deine Berichte sind total spannend und interessant. Ich freue mich auf Weitere.
    Gute Reise und trockenes Wetter
    Wünscht dir
    Sonja

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    1. Das ist schnell erklärt. Sie ist auf dem Trail unterwegs mit einem riesigen Kapitänshut. Ich finde Sie ist eine sehr starke Persöhnlichkeit. Es tut gut
      sich mit jemandem in Deutsch austauschen zu können!

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